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Schermcke

Der Schermcker Mühlenteich erstrahlt in der Oktobersonne.

HH: 120

Schermcke, 1247 erstmals urkundlich erwähnt, war die älteste Asseburgische Besitzung außerhalb ihres Stammgebietes und ihrer Lehen in Westfalen. Die Familie derer von Asseburg nahm entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Ortes. So ließ z.B. Ludwig der III. von der Asseburg 1603 das Schloss bauen und den Garten anlegen. Im Jahre 1717 wurden die Güter der Familie in Schermcke und Ampfurth zu einem Amt zusammengefasst, um die Verwaltung zu vereinfachen..

1720 erwarb der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Schloss und Gut in Schermcke und wandelte den Besitz in eine Domäne um. Die Orte Schermcke und Ampfurth wurden wieder getrennt, als 1885 die Familie Wrede die Domäne Schermcke pachtete. Im Jahre 1900 ging die Domäne in deren Besitz über.

Den Ort prägen heute die evangelische und katholische Kirche sowie das „Dorphus“. Der Mühlenteich und Grünanlagen laden zum Verweilen ein. Im nahe gelegenen Waldgebiet „Saures Holz“ mit den Domkuhlen (ehemalige Steinbrüche) können Einwohner wie Gäste die Natur genießen. Auch der Weg zum Kniel, der höchsten Erhebung im Umkreis, wird gern von Natur- und Wanderfreunden genutzt. Ganz berühmt in der näheren Umgebung ist das Eis von der Familie Jordan, die schon seit 1979 ihr Eiscafé betreibt. Das Eis wird nach alten Familienrezepten in hauseigener Produktion hergestellt. In den ersten Jahren gab es Schwierigkeiten, die entsprechenden Rohstoffe zu beschaffen. Da griff man auf das zurück, was im heimischen Garten wuchs. So entstanden Eisrezepturen mit sehr vielen frischen Zutaten unter Verzicht auf Instantprodukte. Nun ist das Angebot reichhaltiger, die Tugenden des Schermcker Eises wurden aber beibehalten - die hauseigene Zubereitung, die Frische und der Geschmack.

Das Dorphus

Das Anwesen war früher im Besitz der Familie Röttger. Johann Andreas Röttger errichtete das mittlere Wohnhaus auf einem alten Grundbau von 1772. Die noch heute vorhandenen Gebäude stammen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Zwei imposante Toreinfahrten prägen den besonderen Charakter der Anlage. Das rechte Haupttor zeigt die Jahreszahl 1829, das Torhaus wurde 1856 errichtet. Nach mehrfachem Besitzerwechsel wurde das Anwesen Eigentum der Gemeinde.Im Rahmen der Dorferneuerung wurde das Wirtschaftsgebäude des einstmals größten Bauerhofes im Ort zu einer Begegnungsstätte, dem Dorphus, umgebaut.

Zusammen mit dem Dorfplatz und dem Bauernteich, der auch als Angelgewässer genutzt wird, ist das Dorphus zum Mittepunkt des Ortes geworden. Hier finden Familien- und Vereinsfeiern statt.

Evangelische Kirche St. Stephanus

Die Kirche befindet sich auf der höchsten Erhebung der ehemaligen Dorfstätte Schermcke, ganz nahe der alten Wasserburg. Die Ersterwähnung wird auf das Jahr 1265 datiert, als die Äbtissin von Quedlinburg der Kirche eine halbe Hufe Land schenkte. Leider gibt es keine Angaben über den Zeitraum ihrer Errichtung und ihrer Beschaffenheit. Nachdem Schermcke 1558 unter Heinrich III. von der Asseburg lutherisch wurde, baute dessen Sohn Ludwig III. als sichtbares Zeichen der neuen Konfession die Kirche aufwendig um. Auf sein Geheiß entstand ein neuer, höherer Kirchsaal mit dreiseitigem Ostschluss. Für eine bessere Belichtung wurden die Fenster entsprechend geändert. Die spätgotischen Vorhangbogenfenster in durchsteckten Stabgewändern sind vergleichbar mit Elementen der Ampfurther Kirche, gehörten doch beide Gotteshäuser zum Patronat der Familie von der Asseburg.

An der südöstlichsten Seite des Kirchsaals wurde der „Patronatstuhl“ errichtet, darunter befand sich die Erbbegräbnisstätte der Familie von der Asseburg. Das Innere der Kirche ist gekennzeichnet durch die Deckenausbildung als flache Holztonne und dreiseitigen Emporen. 1581 stiftete Ludwig III. den Altar. Die sehr hochwertigen Gemälde des kunstvoll gesch- nittenen Altars und der Kanzel werden dem Braunschweiger Adam Offinger zugeschrieben, einem Schüler des jüngeren Cranach. In der Herrschaftsloge befindet sich ein beachtliches Epitaph in Form eines Triptychons, auf dem u.a. die Familie Ludwig III. dargestellt ist. Am Rahmen befindet sich die Datierung: ANNO SALVTIS MDCIII (Im Jahre des Heils 1603).

Im Innern der Kirche befinden sich noch gut erhaltene Grabsteine, die an den Außenwänden aufgestellten Steine haben leider auf Grund der Umwelteinflüsse sehr gelitten. Das Äußere und Innere der unter Ludwig III. erbauten Kirche sind im Wesentlichen bis auf dem heutigen Tag erhalten geblieben. Einige Details wurden bei Instandsetzungsarbeiten um 1730, 1882 und 1982 geändert. 1882 erhielt der Kirchturm eine Schiefereindeckung, die 1982 durch einen Kupferbeschlag ersetzt wurde.


Katholische Kirche

1913 war der Bau als katholische Diasporakirche für zugewanderte Arbeiter aus den katholischen Provinzen errichtet worden. Am 20.06.2004 begangen die Christen aus Schermcke und Ampfurth einen Festgottesdienst anlässlich der 90.Wiederkehr des Tages der Kirchweihe der katholischen Kirche „St. Norbert“ zu Schermcke.

Im Zuge der Reformation wurden die Christen in Schermcke, wie schon erwähnt, unter der Herrschaft Heinrich III. von der Asseburg lutherisch. Etwa 300 Jahre blieb dies auch so. Mit der fortschreitenden Industrialisierung und den daraus folgenden Bevölkerungs-bewegungen kamen immer mehr Arbeitskräfte katholischen Glaubens aus dem Eichsfeld, aus Schlesien und Polen ins Dorf. Diese arbeiteten vorwiegend auf den Feldern und in der Zuckerfabrik. Auf Grund der Ansiedlung dieser Menschen mussten neue Strukturen im Ort geschaffen werden. Neben der Bereitstellung von Unterkünften, mussten auch Verpflegung, Unterricht für die Kinder usw. abgesichert werden. Auch eine Stätte des katholischen Glaubens wurde notwendig. Daher wurde 1913 der Grundstein für ein katholisches Gotteshaus gelegt. In den vielen Jahren davor hatte man mit Provisorien leben müssen, seit 1908 war eine Notkapelle auf dem Dachboden der heute noch so genannten Kaserne errichtet worden. Das Anwachsen der katholischen Bevölkerung machte aber den Bau einer eigenen Kirche notwendig.

Das Kirchengebäude ist ein das Straßenbild prägender Putzbau mit eingezogenem, von einem Wetterhahn gekrönten Nordturm, und eingezogenen, dreiseitig geschlossenem Chor im Süden. Das Mauerwerk ruht auf einem niedrigen Natursteinsockel und ist von rundbogigen Zwillingsfenstern unterbrochen, die von aufgeputzten Rundbögen überspannt werden. Die 90 Jahre alte Bepflanzung mit Lebensbäumen, die originale Pflasterung des Hofes und die erhalten gebliebene straßenseitige Einfassung machen das Kirchlein zu einem außergewöhnlichen Blickfang am Ortseingang.

1999 wurde die Kirche in die Denkmalliste des Landesamtes für Denkmalpflege
Sachsen-Anhalt aufgenommen, was einer besonderen Wertschätzung gleich kommt.