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Hornhausen

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HH: 100m

Hornhausen wurde urkundlich erstmals 1072 in einer Stiftungsurkunde Bischofs Burchard II zu Halberstadt erwähnt. Den Ort selbst gab es aber wahrscheinlich schon im 8. Jahrhundert. Der Ort, dessen sich Name sich im Laufe der Zeit änderte (Hurnehusen, Horenhusen, Hornehusen) teilte sich anfangs in Groß-Hornhausen (Eigentum des Bischofs von Halbestadt) und Klein-Hornhausen (Freie Einwohner). Das Gut von Hornhausen gehörte als Lehen den Herren von Hornhausen, deren Geschlecht aber 1617 ausstarb.

Im Jahre 1210 wurde im Ort die Klandsbruderschaft gegründet, die bis 1668 in Oschersleben und Hornhausen wirkte. Sie hatte sich zur Aufgabe gemacht, Armen und Bedürftigen durch den Unterhalt von Armenhäusern und der Verteilung von Spenden und Almosen zu helfen.

1646, am Ende des 30-jährigen Krieges, entsprangen in Hornhausen plötzlich Quellen. Die Nachricht von der Heilkraft des Wassers verbreitete sich schnell, so dass viele Besucher aus ganz Europa den Weg nach Hornhausen fanden. Etwa 20 Gesundbrunnen versorgten rund 24.000 Badegäste, darunter auch viele aus dem Adel. 1647 versiegten die Quellen, traten dann aber von 1689 bis 1719 noch einmal hervor. Noch heute erinnert ein Straßenname (Badstraße) an Bad Hornhausen.

In Richtung Kreisstadt befindet sich ein Teich, der früher als Badeanstalt genutzt wurde, und heute durch seine idyllische Lage Wander- und Angelfreunde anzieht. Am Goldbach entlang führt ein Wanderweg bis nach Jacobsberg und Neindorf und in Richtung Neuwegersleben kommt man zum Flächennatur- denkmal „Sandgrube vor den Togen“. Hier gibt es Trockenrasen mit vielfältigen Tier- und Pflanzenarten.

Hornhausen ist eingebettet in ländliche Idylle, was viele aus der Umgebung veranlasste, hier zu bauen und heimisch zu werden. So entstand ein Wohnpark und in Richtung Ausleben eine Eigenheimsiedlung., Handwerker und Gewerbetreibende bauten sich eine Existenz auf. Im Ort gibt es ein aktives Vereinsleben. Besonders der Schützenverein und die über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Mundartgruppe „Plattdeutsch“ ziehen mit ihren Veranstaltungen viele Besucher an.

Der Hornhäuser Reiterstein

1874 wurde beim Tiefpflügen eines Ackergrundstückes auf dem Saalberg (früher Salberg) von den Bauern Friedrich und Christoph Dietrich der Reiterstein von Hornhausen gefunden, ein weit über die Grenzen unserer Region bekanntes historisches Symbol. Der Stein fand auf dem damaligen Bauernhof Dietrich als Eingangsplatte zum Kuhstall Verwendung.

Glücklicherweise mit der Abbildung nach unten, so dass sie weitestgehend erhalten blieb. Die Fachwelt erfuhr erst 1912 von diesem Bildstein aus dem Mittelalter. Fast 40 Jahre nach dem Fund dieser Steinplatte begann das Museum Halle im Jahre 1913 mit systematischen Grabungen. Dabei stellte man fest, dass es sich hier um ein größeres Gräberfeld handelt. In den Jahren 1921-1925 wurden bei weiteren Grabungen 63 Gräber entdeckt. In jüngster Vergangenheit wurden durch das Landesmuseum Halle erneut Untersuchungen mit modernsten technischen Mitteln vorgenommen.

Die Fundstücke werden der Zeit des 8. Jh. zugeordnet. Anfänglich ging man davon aus, dass der Reiterstein und Teilstücke von anderen Reitersteinen Teil eines Grabmonuments für zwei Bestattete einer wahrscheinlich christlich-fränkischen Adelsfamilie sein könnte. In der Silbe „Sal“ befinden sich die alten Ausdrücke „Sala“, „Salhof“, was etwa Herrengut bedeutet.

Das zum Herrengut gehörende Eigentum hieß „salant“. Dieses Herrengut und damit der Salberg lagen im 8. Jh. am Schnittpunkt von drei Gauen - Nordthüringau (Fundstelle), Harzgaus und Schwabengau. Die zentrale Lage war für den Sitz eines Herren bzw. Grafen von vielleicht fränkischer Herkunft sehr wahrscheinlich.

Bei neueren Forschungen wurde aber festgestellt, dass Bildersteine wie der Hornhäuser Reiterstein steinerne Altarschranken darstellen, wie sie in der frühchristlichen Kirche verwandt wurden.

Man kann also vermuten, dass zu dem Salhof auf dem Salberg eine Kirche gehörte, in der Bildsteine als Altarschranken eingebaut wurden. Die Originalfundstücke der Bildersteine befinden sich heute im Landesmuseum Halle, Kopien besitzt das Museum des Bördekreises. Eine Kopie des 1874 gefundenen Reitersteines wurde in die Südwand des Turmes der Hornhäuser St. Stephanikirche eingelassen und ist jederzeit zu besichtigen. Hinweisschilder an der Bundesstraße 246 zwischen der Kreisstadt Oschersleben (Bode) und der Gemeinde Hornhausen zeigen die Fundstelle und geben weitere Auskunft über den Hornhäuser Reiterstein.

Die evangelische Kirche St. Stephani

Bereits 1668 und 1745 gab es Vorgänger der heutigen Kirche. Auf Grund des schlechten Zustandes wurde 1880 über einen Neubau nachgedacht. Am 18.12.1885 konnte dann die heutige St. Stephani Kirche geweiht werden. Das Schiff ist ein neugotischer Backsteinbau,. die Innenausstattung befindet sich im Originalzustand. Der Turm mit einer Kopie des Reitersteines ist Eigentum der Gemeinde Hornhausen, hier befinden sich 2 Glocken aus den Jahren 1828 und 1922.

Die Katholische Kirche

Die katholische Gemeinde des Ortes nutzte bis zum Jahre 1957 die evangelische Kirche für ihre Gottesdienste. Auf Wunsch der Katholiken erhielten sie dann ihre eigene Hlg. Kreuz-Kirche. Dafür wurde mit viel Fleiß und Opferbereitschaft eine alte Scheune umgebaut.

Das Hornhäuser Schloss

Das Schloss ist aus einer Wasserburg hervorgegangen und war Stammsitz der Herren von Hornhausen. Nach dem mehrmals die Besitzer wechselten wurde 1666 das heutige Schloss auf dem Burgplatz errichtet. Das Gebäude ist ein schlichter zweigeschossiger Rechteckbau. Das Terrain wird von einem zum Teil gemauerten und gefluteten Graben umgeben.

In der 2. Hälfte des 19.Jh. erhielt das Schloss einen Anbau. Künstlerische Akzente setzt das Renaissance-Portal, in dem die Wappen des Erbauerpaares eingesetzt sind. Nach 1945 fand das Schloss als Kreisfeierabendheim Verwendung, seit 1991 wird es als Pflegeheim genutzt. Der angrenzende Schlosspark, den der Goldbach durchfließt, wird gern für Spaziergänge genutzt. Der älteste Teil des Parks entstand 1767 durch Wilhelm von der Schulenburg, um 1900 wurde das Gelände auf 1,2ha erweitert.

Eine bekannte Persönlichkeit des Ortes war der Philologe und Schriftsteller Dr. Wilhelm Bode (1862-1922). Er veröffentlichte eine umfangreiche Biografie Johann Wolfgang von Goethes und eine Sammlung von Goethebriefen, die zur Popularität des Schriftstellers beitrugen. Am Geburtshaus von Dr. Wilhelm Bode in der August-Bebel-Straße befindet sich eine Gedenktafel.