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Kleinalsleben

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Wer aus Richtung Großalsleben oder Hadmersleben, die neu asphaltierte Straße befährt, sieht auf halber Strecke das Dorf Kleinalsleben liegen. Mit seinen 200 Einwohnern ist es zwar nur eine kleine Ansiedlung, doch man sollte nicht achtlos an diesem kleinen Ort vorübergehen, denn seine Vergangenheit hat uns noch viel zu erzählen. Ein Steinkistengrab und andere Funde, die zufällig bei Bauarbeiten zu Tage kamen, weisen auf eine mehr als dreitausendjährige Besiedlung hin. Der auf " leben" endende Ortsname legt Zeugnis davon ab, dass der Ort von den Warnen etwa 300- 500 n. Chr. gegründet wurde. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 961, wo Markgraf Gero in Gernrode ein Stift gründete und es mit mehreren Erbbesitzungen, u.a. mit " nian-alsleu" = Neu – Alsleben = Kleinalsleben, ausstattete. Der Namen ist aus der Urkunde Otto II. bekannt, wo er in jenem Jahre den königlichen Schutz verbriefte. Durch diese Schenkung an das Kloster Gernrode kam dieser Ort für 650 Jahre in Klosterbesitz und fiel später, 1610, an den Fürsten von Anhalt.Bis 1946 gehörte Kleinalsleben mit den beiden Gemeinden Großalsleben und Alikendorf zu einer anhaltischen Exklave und war dem Kreis Ballenstedt zugeordnet. Bis in die Mitte des 19. Jh. gehörte Landwirtschaft und Leineweberei zum Haupterwerbszweig. Wie in den umliegenden Orten waren auch hier die Bewohner von ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen, Belagerungen und Plünderungen betroffen. Beim letzten Großbrand 1811 wurden 29 Häuser vernichtet. In der Landwirtschaft vollzog sich nach dieser Zeit eine enorme Entwicklung durch verbesserte Anbaumethoden, Zuckerrübenanbau und die Separation. Zeugnis dieses Aufschwungs ist unsere Kirche, die 1865 völlig erneuert wurde und noch heute durch den aus der Vorkirche übernommenen Barockaltar ( 1716 ) verschönt wird. Mehrere Vierseitenhöfe mit einem Taubenturm oder Galerie, sowie einige Fachwerkhäuser sind älter als 200 Jahre. Reste einer Synagoge beweisen, dass bis zum Beginn des 19.Jh. jüdische Bewohner von hier und aus der Umgebung ihren Gottesdienst abhielten. Erster und zweiter Weltkrieg forderten auch von den Kleinalslebener Familien viele Opfer, und so mancher Zukunftstraum wurde zerstört. Am 11. April 1945 marschierten Amerikaner, Anfang Juli 1945 die Sowjetarmee in unseren Ort. Die Einwohnerzahl war durch die vielen Flüchtlinge aus dem Osten auf über 500 gestiegen. Die Bodenreform wurde durchgeführt. 1952 kam es zur Gründung der 1. LPG, wo bis 1960- bis auf einen Landwirt- alle Bauern Mitglied wurden. Seit dem 01.07.2002 hat der Ort Kleinlalseben seine Eigenständigkeit aufgegeben. Kleinalsleben ist nun einer der Ortsteile der Stadt Oschersleben (Bode).