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Groß Germersleben

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HH: 90m Hast du uns` Börde all mal seihn
Fräuhmorgens, wenn die Sunn` opwatet ?
Du meinst, ein Wunner wär gescheihn,
Datt sick so schmuck de Heimat makt. (Waldmar Uhde)
Der Ort Groß Germersleben, gelegen in der Bodeniederung zwischen Oschersleben (Bode) und Wanzleben, ist wie die meisten Orte im Umland von der Landwirtschaft geprägt. Der Name des Ortes wurde erstmals im Jahre 937 in einer Urkunde Otto I. Erwähnt, als dieser dem Kloster „St. Mauritius“ in Magdeburg eine Schenkung zukommen ließ. Eine in Germesleva befindliche Burg wurde bereits 1286 genannt. Sie wurde oftmals verpfändet und hatte mehrere Besitzer. Der sächsische Adel hielt vom 12. - 14. Jahrhundert auf dem südlich der Gemeinde liegenden Drosteberg seine Versammlungen und Landtage ab. 1489 wurde das Dorf von dem Geschlecht derer von Kotze bis in das 19.Jh. als erbliches Lehen übernommen, danach ging es in den Besitz der Magdeburger Großkaufleute Maquet und Coqui über. Das Renaissance-Schloss aus dem 16. Jh. wurde vor rund 200 Jahren umgebaut und ähnelte nun einer Kastellanlage. Nachdem es die Kriegswirren in den vergangenen Jahrhunderten fast unbeschadet überstand, fiel das prächtige Schloss in der Nacht zum 04.November 1999 den Flammen zum Opfer. Der Ort hat seinen dominierenden Mittelpunkt verloren. Seit dieser verheerenden Nacht verfällt das einst so stolze Schloss aus dem Mittelalter immer mehr. Es bleibt die Hoffnung, dass Schloss und Park endlich einen Besitzer erhalten, der die alte Pracht wieder entstehen lässt. Eine Anhöhe östlich des Dorfes, der Kapellenberg, wurde im Mittelalter als Wallburg, später von der Familie von Byern als Erbbegräbnisstätte genutzt. Der Kapellenberg und der Schlosspark bilden die grünen Oasen des Ortes. Feuchte Wiesenniederungen und beste Lößböden am Rande des Bodebruchs sorgen für eine ruhige und naturverbundene Idylle. Eine Persönlichkeit des Ortes war der Heimatdichter Waldemar Uhde (1876-1931). Seine Grabstätte auf dem Friedhof ist mit einem Findling versehen, der mit einer Versinkschrift geschmückt ist.