Ampfurth

Innenansicht der Kirche

HH: 120 Es wird vermutet, dass Ampurth seinen Ursprung schon bereits Anfang des 9.Jahrhunderts, zur Zeit Karls des Großen, hatte. Archäologische Pfunde wie Fäustel und Steinpflug belegen eine frühe Besiedlung des Ortes. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1144. Friedrich und Hugold de Amfriedeslove werden Schöffen im Grafengericht Seehausen. 1145 übernimmt Papst Lucius II. das Kloster Berge und bestätigt dessen Besitz in Amfriedeslove. In diese Zeit fällt auch die erste Nennung der Burganlage. 1257 wurde der Ort dem Erzbistum Magdeburg unterstellt. Aus dem Jahre 1365 findet man eine Erwähnung der „Domkuhlen“. Hier wurden die Steine für den Magdeburger Dom gebrochen. Die Herren von der Asseburg bringen den Ort 1420 pfandweise an sich. 1483 gehen Burg und Rittergut in den Besitz derer von Asseburgs über. Der Ort wurde vermutlich um die alte Burganlage errichtet, die zusammen mit der Kirche den Dorfkern bildete. Ampfurth zeigt deutliche Züge eines typischen Haufendorfes mit traditioneller Hofbebauung. Die Burg mit dem Renaissanceschloss, die Dorfkirche und historische Hofanlagen prägen auch heute noch das Ortsbild. Aber auch moderne Wohnstätten, neue Straßen und Plätze sind in Ampfurth entstanden. Bemerkenswert ist das aktive Vereinsleben im Ort. So organisieren die Vereine u.a. gemeinsame Veranstaltungen wie z.B. das jährliche Burg- oder Straßenfest. Die Burganlage Die erste Erwähnung der Burganlage findet schon Mitte des 12. Jahrhunderst statt. Ab 1381 sitzen die Herren von der Asseburg als Burgmannen auf der Burg, im Jahre 1483 geht sie in deren Besitz über. Von 1608 – 1615 erbaute man ein neues Schloss, welches zu den schönsten Renaissanceschlössern in Norddeutschland zählte. Der Treppenturm des Schlosses, der nach wie vor das Ortsbild prägt, diente in den Jahren 1833 bis 1853 u.a. auch als Telegrafenstation der Königlich-Preußischen-Optischen Telegrafenlinie von Berlin nach Koblenz. Der West- und Nordflügel des Schlosses sind heute noch teilweise bewohnt. Südflügel und die außerhalb des Hofes liegenden Gebäude werden größtenteils nicht mehr genutzt. Im Innenhof, der teilweise mit Natursteinen gepflastert ist, befinden sich Reste des alten Schlossbrunnens, die mit einer Betonplatte abgedeckt sind. Im ehemaligen Stallgebäude wurde in Eigeninitiative der Vereine ein Veranstaltungsraum geschaffen, der von allen im Ort genutzt werden kann. Die (Burg)Schlossanlage beherrscht weiterhin das Ortsbild, sie bildet den historischen Mittelpunkt von Ampfurth. Seit 1997 ist die Burg im Privatbesitz eines Nachkommen derer von Wahnschaffes. Die „Christuskirche“ Vom Glanz des ehemaligen Herrensitzes zeugt heute nur noch die Kirche, ein im Kern spätgotisches Gotteshaus, am Nordrand des Vorburgbereiches. Während das äußere Erscheinungsbild sehr einfach wirkt, ist das Innere der Kirche geprägt durch zahlreiche Grabmäler im Stile der Renaissance. Es spiegelt sich auch hier die Geschichte des Geschlechts derer von Asseburg wieder. Die Anlage der Kirche ist wahrscheinlich einmalig in Mitteldeutschland. Teile des Chores stammen vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, das Mittelschiff etwa aus dem Jahre 1570. Um das Jahr 1608 erfolgte ein Umbau unter Verwendung der mittelalterlichen Reste, u.a. auch der Anbau des südlichen Grabgewölbes. Ein schlichter Taufstein aus dem Jahre 1570, die doppelte Empore sowie ein zweigeteiltes Epitaph, das u.a. aus Sandstein und mehrfarbigen Alabaster gefertigt wurde, gehören zu den Ausstattungstücken der Kirche. Seit dem Jahre 2001 werden im Rahmen eines Sanierungsprogramms Restaurationsarbeiten durchgeführt, um die schlichte Schönheit der Kirche auch für künftige Generationen zu bewahren. Eine vorhandene Chronik gibt Auskunft über die Geschichte des Gotteshauses. Natur rund um den Ort Ampfurth ist umgeben von einem grünen Gürtel mit Wiesen, Gärten, Bächen und Teichen. Besonders die 3 Teiche sind erhaltens- und schützenswerte Biotope mit der sich hier entwickelnden Flora und Fauna. Die Teiche wurden einst angelegt, um die Burg- und Schlossbewohner mit frischem Fisch zu versorgen. Im Winter wurde durch Eisschlagen ein geeignetes Kühlmittel für die Burg- und Schlossküche gewonnen. Heute bieten das Wasser und die Uferzonen vielen Tieren und Pflanzen Schutz- und Lebensraum. Wasservögel, Insekten und Kleinstlebewesen finden hier ideale Entwicklungsmöglichkeiten. Verschieden Uferzonen mit unterschiedlichem Baumbestand prägen den Charakter jedes einzelnen Teiches.

Burganlage