Alikendorf

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HH: 100m Am Südwestrand der Magdeburger Börde gelegen, ist Alikendorf einer der kleineren Orte in der Verwaltungsgemeinschaft. Die Entstehung des Ortes geht wahrscheinlich in die Zeit zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert zurück. Über die erste urkundliche Erwähnung gibt es von den Historikern unterschiedliche Angaben. Eine Urkunde aus dem Jahre 964, in der Alickendorf genannt wurde, soll nachträglich (um 1200) angefertigt und eine Fälschung sein. Andere Aufzeichnungen lassen eine Ersterwähnung erst um 1062 sowie um 1207 zu. Im Jahre 1207 hieß der Ort Alekendorp und von 1313-1378 Alkendorp. Alikendorf war ein Kirch- und Pfarrdorf. Zum Ort gehörten 2 Vorwerke: der Klosterhof und die Domäne. Alikendorf gehörte über lange Zeit zum Kloster Gernrode. Aus ihm ging ein adliges Damenstift hervor, zu dessen Schutzherren die Grafen von Anhalt-Dessau gewählt wurden. 1610 eigneten sich diese das Stift an. Später wurde das Amt verpachtet und 1910 von Ferdinand Heine übernommen, der hier mit Saatzuchtversuchen begann. Das Kloster, welches später zum Kloster Hadmersleben gehörte, besaß 1305 einen Hof nebst Kirche. Ihrem Äußeren nach wurde diese vor 1500 erbaut. Der Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert. Turm und Westteil des Schiffes sind im Kern romanisch. Im Inneren befinden sich schlichte hölzerne Emporen von 1675 und ein geschnitzter barocker Kanzelaltar von 1699. Vor der Kirche stehen ein achteckiger spätgotischer Taufstein, ein Sarkophag von 1720 sowie eine Steinurne aus dem Jahre 1803. 1914 wurde die Kirche umfassend restauriert und wird heute für Gottesdienste und Konzerte genutzt. In der Mitte des Klosterhofes steht der 1712 erbaute Taubenturm. Alikendorf kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. So befand sich im September 1757 in der Nähe ein französisches Lager unter dem Herzog von Bienelien, worunter die Bevölkerung sehr litt. Seuchen, Misswuchs, Viehsterben und Feuerbrünste waren keine Seltenheit. Ab 1843 gehörte Alikendorf zum Großherzogtum Anhalt-Dessau, von 1883 bis 1946/52 gehörte der Ort einer anhaltinischen Exklave im Staatsgebiet Preußen an. Danach kam Alikendorf zum Kreis Oschersleben, jetzt Bördekreis. Ab dem 01.01.2003 gehört Alikendorf als Ortsteil zur Stadt Oschersleben (Bode). Damit hört es als selbständige Gemeinde auf zu existieren, geht aber als Ortschaft einer Stadt in die Zukunft. Die Durchführung enormer Bauvorhaben im Rahmen der Dorferneuerung sind erste „Profite“ dieser neuen Profilierung. Das Leben des Ortes wurde schon immer durch die Landwirtschaft geprägt. Auch heute gibt es wieder einen landwirtschaftlichen Betrieb auf der Domäne. Trotz Modernisierung und Technisierung ist die ländliche Idylle in Alikendorf erhalten geblieben. Liebevoll gestaltete Grundstücke, besonders in der Straße „Unter den Linden“erhöhen die Attraktivität des Ortes.