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Hadmersleben

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HH: 90m Hadmersleben wurde vor über 1000 Jahren, nämlich 961, erstmals urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt die Krypta der Klosterkirche „St. Peter und Paul“ als ältester Teil der Stadt. Hadmersleben liegt im Herzen des Bördekreises, in der Bodeniederung und an der Straße der Romanik. Überwiegend landwirtschaftlich geprägt durch die Getreidezüchtung, die von Ferdinand Heine in´s Leben gerufen wurde und dessen Werk heute 2 GbR´s im Amt und Kloster Hadmersleben fortsetzen, sind auch mehrere kleine handwerkliche Betriebe ortsansässig geworden. In der historischen Klosteranlage hat seit einigen Jahren neben einem Museum das private Winkelmann-Gymnasium als Internatsschule Einzug gehalten. Im alten historischen Rathaus ist in den oberen Räumen nach intensiven Instandsetzungsarbeiten die Heimatstube eingezogen. Hier wird die Geschichte der Stadt anschaulich dargestellt. Thematische Ausstellungen unterstreichen den Charakter der Heimatstube und ziehen viele Gäste an. Die Burganlage Amt mit Kirche, Herrschaftshaus, den Wirtschaftsgebäuden und dem Hanseschen Hof wird nach Erarbeitung einer Konzeption und entsprechenden Maßnahmen wieder für eine sinnvolle Nutzung zur Verfügung stehen. Ein Förderverein bemüht sich zur Zeit um die Erhaltung und Renovierung der Amtskirche „St. Stephanus“. Von den vielen Vereinen in Hadmersleben, die schon über 100 Jahre Tradition haben, erfreut sich der Reiterhof (entstanden aus einer ehemaligen Schafstallanlage) als junger Verein, besonderer Beliebtheit bei den Kindern und Jugendlichen. Am Ortsausgang in Richtung Kroppenstedt bietet das Altenheim, die Stiftung „St. Georg“, 94 alten Menschen in einem modernisierten Komplex fürsorgliche Betreuung. Nach den Erschließungsarbeiten im Bebauungsgebiet „Ostendorf“ können im 1. Bauabschnitt 20 Bauwillige ein Eigenheim errichten. In Hadmersleben verbinden sich anschaulich Tradition und Moderne. Neben der Errichtung neuer Gebäude, Sanierung von Straßen und Plätzen wird das Alte gepflegt und bewahrt. Das Kloster Das kulturhistorische Museum Kloster Hadmersleben bietet in seiner nahezu erhaltenen Gesamtheit von romanischer Unterkirche, frühgotischer Saalkirche, mittelalterlichen Klostergebäuden nebst Gutshof und Englischem Landschaftspark neben historischen Aspekten auch einen ungewöhnlichen Reiz von Kunst. Denn hier findet man zehn Kunststile von der Ottonik bis hin zur Moderne. Einst lebten hier 78 Benediktinerinnen. Der Kapitelsaal entstand 1160, in dem zentralen Pfeiler des Saales sind mit der Jahreszahl 1505 die Namen der Äbtissin Saneta von Meynegodessen und des Propstes Ludolf Nakke in gotischen Lettern eingemeißelt. In ihrem Auftrag wurde der Kapitelsaal als Backsteinimitation restauriert und große Wandbilder geschaffen. Ein Pfeiler des Saales weist seltene Kantenrundstäbe auf, die Ursprungsform der romanischen Kantensäulchen, die in Europa nur zwischen den Flüssen Weser und Elbe/Saale zu finden sind. Ein Ziergiebel auf dem Wirtschaftshof trägt folgende Inschrift: „Erneuert und in Stein aufgeführt MDCCLI“. Zu dieser Zeit ließ die damalige Äbtissin Anna Margaretha Blume die mittelalterlichen Fachwerkaufbauten des Kapitelsaals, des Refektoriums und des Parlatoriums durch ein massives Obergeschoss ersetzen. Das Empfangszimmer der Äbtissin war mit einer üppigen Stuckdecke aus dem Jahre 1693 ausgestattet. Heute sind in dem Raum kalligraphisch vorzügliche Urkunden der vier ottonischen Kaiser zu sehen. Ein prächtiger Barockschrank mit Intarsien zeigt die ausgezeichneten Handarbeiten der Nonnen vor 300 Jahren. Messgewänder aus Seidenbrokat, Damast, Samt und Seide können hier bewundert werden. Nach der Säkularisierung des Klosters 1809 erwarb das Klostergut der deutsche Getreidezüchter Ferdinand Heine 1885 und entwickelte es zu einem weltweit anerkannten Zuchtbetrieb. Davon künden auch heute noch Exponate in den Museumsräumen. Ferdinand Heine, der auch ein Kunstkenner war, ließ den berühmten Architekten Griesebach aus Berlin kommen. Dieser erweiterte das Kloster mit der Stilepoche des Historismus. Es entstanden eine Loggia im Stile der italienischen Renaissance, ein barocker Treppenturm, zwei Erker, eine Schmuckfassade und eine Mauer mit klassizistischen Bekrönungsvasen. Das 1952 gebildete Institut für Getreideforschung der Akademie des Landwirtschaftswissenschaften der DDR erwarb 1965 eine klassizistische 60 m² große Panoramatapete, auf der der Freiheitskampf der Griechen gegen die Türken 1827 dargestellt ist. In den Jahren 1981 – 1989 entstand im ehemaligen Dormitorium eine Galerie moderner Maler mit sechs großformatigen Gemälden der Tübke-Schüler Emig und Pötzsch zur Geschichte des Klosters. Heute befindet sich neben den Museumsräumen ein privates Gymnasium im Kloster, auf dem Wirtschaftshof sind wieder Betriebe angesiedelt. Das Kloster Hadmersleben wurde als Gesamtkomplex in die Liste der Objekte zur Straße der Romanik aufgenommen. Viele Besucher kommen jährlich, um sich durch die Anlage führen zu lassen. Klosterkirche „St. Peter und Paul“ Die zum Kloster gehörende Kirche ist einer der bedeutendsten Sakralbauten dieser Gegend. Der langgestreckte Bau mit geradem Chorabschluss und angebauten Kapellen besitzt ein vorgelagertes Westwerk, dass die ganze Breite des Schiffes einnimmt. Zwei hohe, gotische Turmspitzen grüßen schon von weither. Im Inneren der Kirche wird eine deutliche Zweiteilung sichtbar. Während sich im Ostteil ein Langhaus erstreckt, befindet sich im Westteil die Nonnenempore mit der Unterkirche. Diese stammt noch aus romanischer Zeit, worauf die kunstvoll gefertigten Säulen und Kapitelle hindeuten. Seit dem 11. Jh. wurde die Kirche mehrmals umgebaut, was sich aber nur auf den Innenraum bezog. Zu den wertvollsten Ausstellungsstücken gehört der Mittelschrein des gotischen Schnitzaltars, der eine Mondsichelmadonna zeigt, die von vier Heiligen umgeben ist. In der Unterkirche befindet sich ein gotischer und in der Südkapelle ein mit prachtvollen Schnitzereien versehener barocker, pokalförmiger Taufstein. Lebensgroße Standfiguren schmücken den barocken Hauptaltar. Einmalig in der Kunstgeschichte ist, dass diese von einer Frau, Gertrud Gröninger, geschaffen wurden. Ansehenswert ist auch die auf einem Palmbaum ruhende geschnitzte Kanzel, die mit Rosen und Eichenlaub geschmückt ist. Sie besitzt als Schalldeckel eine Krone. Das mit Blumen reich ausgestattete Chorgestühl der Nonnenempore weist 22 verschiedene, unterschiedlich geschnitzte Buketts auf. Einer der ältesten Teile der Kirche ist wohl der löwenköpfige bronzene Türzieher, der aus dem Jahre 1160 stammt. Die im 30-jährigen Krieg zerstörte Orgel wurde durch eine barocke ersetzt, die im 20. Jh. mit einem neuen Werk versehen wurde. Die Pfeifen sind in Gold und Silber gefasst und auf einer speziellen Empore sind musizierende Engel zu sehen. Die Burg – das heutige „Amt“ Die Burg gilt als älteste Siedlungsstätte der Stadt und war vormals eine Uferrandburg, die den Bruchübergang zu sichern hatte. Sie war teilweise von der Bode, aber auch von Wassergräben und einem halbkreisförmigen Mauerring umgeben. Sich an der südwestlichen Außenmauer befindende Konsolen weisen auf einen ehemals vorhandenen Wehrgang hin. Der untere Teil des Torturmes, an dem sich auch die Zugbrücke befand, stammt noch aus der romanischen Zeit. Die Burg wurde oft belagert und erobert. Im Jahre 1509 wird sie zu einem Renaissance-Schloss umgebaut. Davon sind leider nur noch ein erhaltenes Fenster und die Reliefplatte eines Ritters vorhanden. 1592 erfolgte die Erweiterung des Wirtschaftshofes auf der Vorburg. Das Renaissance-Schloss wurde 1706 durch einen barocken Bau ersetzt. Nach mehrmaligen Besitzerwechsel wurde die Burg 1917 zu einem Saatzuchtbetrieb umfunktioniert. 1945 ging der Betrieb in Volkseigentum über und wurde 1965 Lehr- und Versuchsgut der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR. Seit 1990 ist das Amt von der Braunschweig-Stiftung an einen Landwirtschaftbetrieb verpachtet. Kirche „St. Stephanus“ Diese Kirche befindet sich auf dem Gelände der Vorburg und war einst Burgkapelle und Schlosskirche. Bereits in den Jahren 880 – 900 erwähnt, gehörte sie ab 1194 zum Kloster. Als Hadmersleben nach 1564 protestantisch wurde, richtete man die Kirche als evangelisches Gotteshaus ein. Von 1745-1747 wurde sie komplett zu einer Pfarrkirche umgebaut. 1748 wurde die Innenausstattung mit dem Einbau einer 18 Register umfassenden Orgel vollendet. Der alte romanische Taufstein befindet sich heute in der Moritzkirche Halberstadt. Das Gebäude ist eine im klassizistischen Stil erbaute Saalkirche mit flachbogigen Türen und darüber liegenden Okulusfenstern. Der quadratische Westturm besitzt eine barocke Haube und ist mit drei Glocken versehen. An der Nordseite befindet sich ein Anbau – die Herrschaftsloge. Der hölzerne, säulenverzierte Kanzelaltar besteht noch aus der Erbauerzeit. Seit 1976 wird die Kirche nicht mehr genutzt, was sehr zum Verfall beiträgt. Der schon erwähnte Förderverein bemüht sich um die Erhaltung des Kirchenbaus. Stadtkirche „Unser Lieben Frauen“ Die Stadtkirche ist eine zweischiffige spätgotische Kirche mit einem Grundaufbau aus dem 14. Jh. 1664 wurde durch einen Stadtbrand die Innenausstattung zerstört. Die damals ersetzte barocke Ausstattung ist heute noch komplett vorhanden.Der reich gestaltete dreiflügelige Altar ist mit 7 Bildern aus dem Erdenleben Jesu geschmückt. Das Hauptbild stellt die Kreuzigung dar. Der Altar wird von Ohrmuschelnschnitzereien umrahmt und durch eine Marienfigur gekrönt. Auf der Rückseite des Altars sind die Stadtbrände in lateinischer Schrift dokumentiert. Die Kanzel im Chorraum wird von einer Mosesfigur getragen, die die Gesetztafeln erhält. An der Seite sind die Bilder der vier Evangelisten. Das Symbol des heiligen Geistes, die Taube, findet der Besucher auf dem Kanzeldeckel. Eine Doppelempore mit den Darstellungen von 19 Bildern aus dem Leben Jesu prägt das Innere des Raumes. Verschiedene Familienwappen sind auf der Ratsempore dargestellt, in der Sakristei befindet sich ein Glasfenster aus der Kirche „St. Stephanus“. Es zeigt Jesus im Garten Gethsemane. Das historische Rathaus Das Rathaus gehört mit zu den ältesten und sehenswertesten im Bördekreis. Ursprünglich im 12. Jh. errichtet, wurde das Gebäude beim Stadtbrand 1664 zerstört und auf den alten Grundmauern 1665 neu erbaut. Der Grundriss besitzt eine typisch mittelalterliche, asymmetrische Gruppierung. Das lang gestreckte Untergeschoss aus groben Sandsteinen verfügt über mehrere Kellerräume. Das Obergeschoss besteht aus einem einfachen Fachwerk, welches zwischen den Balkenkörpern und Fensterbrüstungen fein gekehlt ist. Einziger Blickfang ist die vorgebaute Ratsstube mit ihren gekreuzten Füllhölzern. Wie es im Mittelalter üblich war, ist das Gebäude mit kleinen Doppelfenstern versehen. In den unteren Räumen befanden sich in späteren Jahren eine Gaststätte, zwei Gastzimmer und eine kleine Wohnung. Die oberen Räume beherbergten die städtische Verwaltung. Seit 1997 wurden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt und inzwischen abgeschlossen. Die Verwaltung war mittlerweile in andere Räumlichkeiten umgezogen. Im Obergeschoss befindet sich nun die Heimatstube von Hadmersleben. Hier sind u.a. die Einrichtungen einer alten Küche, einer Wohn- und Schlafstube, einer Schulecke sowie eines „Tante-Emma-Ladens“ zu finden. Auch über die Entwicklung von bedeutenden Betrieben kann sich ein Bild gemacht werden. Ein großer Raum wird für Sonderausstellungen bzw. Veranstaltungen genutzt. In der Heimatstube wird die Geschichte des Ortes wieder lebendig. Die vielen Besucher zeigen, wie groß das Interesse daran ist. In den unteren Räumen ist alles für die Einrichtung einer Gaststätte vorgesehen, leider konnte bisher kein Betreiber gefunden werden. Die Hospitalkirche „St. Georg“ Im Jahre 1470 wurde von Curd von der Asseburg das Hospital „St..Georg“, welches heute noch als Altenheim besteht, mit einer dazu gehörenden Kirche gegründet. Die Kirche ist ein kleiner rechteckiger gotischer Kapellenbau. An der Westseite und im Chor befinden sich schmale Spitzbogenfenster. Die Längsseiten wurden in spätgotischer Zeit mit großen Fenstern versehen. Außerdem entstand neben der Spitzbogentür im Süden eine Rundbogentür an der Nordseite. Die Glockenstube an der Westseite stammt aus der Zeit des Historismus. Das Kußhoch Das Kußhoch ist ein aufgeschütteter Hügel mit einem Kriegerdenkmal, das den im 1. Weltkrieg gefallenen Hadmerslebenern gewidmet ist. In Vorbereitung der Errichtung des Denkmals wurden hier 1925 Bodenuntersuchungen durchgeführt, bei denen man prähistorische Menschenknochen fand. Bei angeordneten Ausgrabungen entdeckte man ein Hockergrab mit menschlichen und tierischen Knochen, vorgeschichtliche Tongefäße und ein Steinmesser aus der Zeit 3000 v.u.Z. Auf Grund dieser Funde wurde das Kußhoch als steinzeitliches Hügelgrab angesehen, welches auch als Beratungs- und Richtstätte genutzt wurde. 1926 wurde dann das Denkmal eingeweiht. Aus Anlass des 10. Jahrestages der deutschen Einheit wurde am Fuße des Denkmals eine Gedenktafel für die Opfer von Krieg, Gewalt, Vertreibung und menschlicher Willkür angebracht. Am Fuße des Kußhochs befindet sich eine Postmeilensäule. Sie belegt, dass Hadmersleben bereits im 17. Jh. ein Reit- und Fahrposten der Strecke Berlin – Cleve war. Nachdem die Strecke über Egeln verlief, wurde 1814 eine eigene Reitpost eingerichtet, die von Berlin nach Emmerich führte. 1828 befuhr man zusätzlich zweimal die Strecke Magdeburg – Halberstadt über die Orte Oschersleben, Hadmersleben und Wanzleben. Die KZ-Gedenkstätte Seit März 1944 gab es in Hadmersleben eine Außenstelle des KZs Buchenwald. Sie mussten von den Häftlingen selbst errichtet werden, zuvor waren diese auf dem damaligen Gelände der Zuckerfabrik in Klein Oschersleben untergebracht. Das Lager bestand aus 10 Baracken, in denen bis zu 1420 Häftlinge untergebracht waren. Diese mussten in einem stillgelegten Teil des Salzschachtes unter Tage Flugzeugteile fertigen. Viele der Häftlinge starben auf Grund der menschenverachtenden Haftbedingungen oder sie wurden willkürlich hingerichtet. Kurz vor Mai 1945 wurde die Außenstelle Hadmersleben aufgelöst. Anlässlich des 30. Jahrestages der Befreiung wurde 1975 in freiwilliger Arbeit ein Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers errichtet.