Altbrandsleben

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HH: 190m

Altbrandsleben liegt am Börderand,
ein kleiner Fleck in unserem Land,

umringt von hohen, sauren Wäldern,
von Goldbach, Kniel und grünen Feldern.

Günter Knobbe 1988


Die Gemeinde Altbrandsleben liegt am östlichen Waldrand des Hohen Holzes, nördlich der Kreisstadt. Bis zum Jahr 1750 gab es noch keine selbständige Gemeinde Altbrandsleben. Im Mittelalter bestanden die Ortschaften Groß- und Kleinbrandsleben. In einer Urkunde des Bischofs Rudolf von Halberstadt wird 1136 erstmals ein Ort namens Brandsleben erwähnt.

Über Jahrzehnte hinweg vertraten die Heimatforscher die Ansicht, dass Großbrandsleben mit Neubrandsleben und Kleinbrandsleben mit Altbrandsleben identisch sind. Es ist bekannt, dass Großbrandsleben im Mittelalter zerstört und später als Neubrandsleben wieder aufgebaut wurde. Daher geht man davon aus, dass es auch zur Umbenennung des Ortes Kleinbrandsleben in Altbrandsleben kam. Urkundliche Aufzeichnungen sind darüber leider nicht aufzufinden.

Das Kirchdorf ging aus einem Vorwerk der Domäne Schermcke hervor.Da dem damaligen Verwalter Hildebrandt die notwendige Zahl an Landarbeitern fehlte, stellte er den Antrag, ein neues Dorf zu errichten. Dem wurde durch einen „Allerhöchsten Erlass Seiner Königlichen Majestät“ Friedrich des II. vom 23. Februar 1751 stattgegeben.Dieses Dokument gilt als Gründungsurkunde des Dorfes Altbrandsleben.Im Jahre 2001 wurde das 250jährige Jubiläum mit einem großen Fest begangen. Land- und Forstwirtschaft prägten das Bild von Altbrandsleben. Aber auch Sandstein wurde hier in mehreren Steinbrüchen abgebaut, der für die Herstellung von Plastiken oder Grabmälern Verwendung fand.

1864 wurde eine evangelische Kirche als schlichter Bruchsteinbau errichtet. Sie ist ein romanischer Bau mit Westturm und Apsis. Die beiden sich im Turm befindenden Glocken wurden 1943/44 von den Nazis eingeschmolzen.

Während die Kriege 1866 und 1870/71 spurlos an Altbrandsleben vorbei gingen, brachten der 1. und 2. Weltkrieg großes Leid. In Altbrandsleben fanden in den Jahren 1945 bis 1950 viele heimatlos Gewordene aus Pommern, West- und Ostpreußen, der Slowakei, Schlesien, Posen und Rumänien ein neues Zuhause. Neue Bauernhäuser entstanden in den 50er Jahren und eine Produktionsgenossenschaft. Eine Konsum-Verkaufsstelle wurde eingerichtet, eine Schwesternstation, ein Erntekindergarten sowie ein Kinderheim. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot an Versorgungs- und Dienstleistungen im Ort verbessert, Straßenbaumaßnahmen wurden durchgeführt und mit dem Bau von Eigenheimen begonnen.

Nach der Wende änderten sich auch in Altbrandsleben die Verhältnisse. Die Landwirtschaft wurde privatisiert, Konsum, Gaststätte, Kindergarten und Jugendclub mussten schließen. Die Feuerwehr wurde zum Kulturträger des Ortes. Die Kameraden bauten in einer Werkstatt der ehemaligen LPG einen Kameradschaftsraum aus, der heute einen zentralen Treffpunkt in der Gemeinde darstellt.

Auch am Rondell im ehemaligen Friedhof, der zu einer Parkanlage umgestaltet wurde, und am Dorfteich treffen sich gern die Einwohner zu einem kleinen Schwätzchen. Auf Grund der Lage des Ortes, mitten im Grünen - direkt am Wald, haben sich in den letzten Jahren viele Bürger aus den umliegenden Orten hier angesiedelt. Schmucke Eigenheime entstanden und im Dorf wurden und werden weitere Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms „Dorferneuerung“ durchgeführt. Altbrandsleben wird sich weiter zu einem der attraktivsten Wohn- und Naherholungsstandorte in der Region entwickeln.