Stadtentwicklung


Mit der gesellschaftlichen Wende setzte 1990 auch eine Wende in der Stadtentwicklung ein. Speziell die Möglichkeit der Stadtsanierung wurde genutzt, um städtebaulichen Missständen im Innenstadtbereich entgegenzuwirken. Auf der Grundlage abgeschlossener Sanierungsvereinbarungen konnten im mittlerweile 79,5 Hektar großen Sanierungsgebiet der Stadt Oschersleben (Bode) von 1991 bis im Jahr 2008 ca. 24 Mio Städtebaufördermittel eingesetzt werden. Mittel, die zu je einem Drittel vom Bund, vom Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Oschersleben (Bode) für öffentliche Straßen und Plätze sowie private Bauvorhaben zur Verfügung gestellt werden konnten.
Das Ergebnis ist eine intakte Fußgängerzone im Bereich des Marktplatzes und den
angrenzenden Abschnitten der Hornhäuser Straße und Halberstädter Straße und eine
relativ geschlossene Straßenbebauung in der Innenstadt.
Auch ist die Sanierung öffentlicher Anlagen im „Alten Dorf“ weitestgehend abgeschlossen. Mit der Fertigstellung der Straße „Alte Dorfstraße“ und Weisenhausstraße ist ein über Jahrzehnte vernachlässigter Stadtteil wieder attraktiv und lebenswert geworden.
Die Sanierung der Innenstadt wird auch in den nächsten Jahren weitergeführt. Die formelle Stadtsanierung und damit die Städtebauförderung endet für Oschersleben im Jahr 2012. Trotz knapper werdender Mittel werden bis dahin die wesentlichsten öffentlichen Bereiche noch saniert. In diesem Jahr wird es der letzte Straßenabschnitt des „Nickelkulk sein. Bis zum Abschluss des formellen Sanierungsziels werden noch der zweite Teilbereich der Kornstraße, der letzte Bauabschnitt der Halberstädter Straße, ein Teilabschnitt der Hornhäuser Straße und voraussichtlich die Triftstraße saniert.
Aber nicht nur allein mit Hilfe der Städtebaufördermittel ist es gelungen, unsere Stadt attraktiver zu gestalten. Hauptsächlich sind es die Bürger, die sich als Grundstückseigentümer, Unternehmer aber auch als sonstige Investoren engagierten und in dieser Zeit ein Vielfaches der öffentlichen Fördemittel aus privaten Quellen aufbrachten. Sie sind es, die auch zukünftig diesen Prozess der Stadtentwicklung als Hauptakteure begleiten.
Die aktuelle demografische Entwicklung prägt auch weiterhin nachhaltig die Aktivitäten zur städtebaulichen Entwicklung. Der Wohnungsrückbau speziell in der Wasserrenne geht planmäßig weiter. Fördermittel des Landes stehen dafür noch bis 2009 auf Grund einer Zielvereinbarung bereit. Seit dem Jahr 2004 wurden 306 Wohnungen abgerissen, aber auch der Bestand wurde durch die hiesigen Wohnungsunternehmen erfolgreich saniert. Die freundliche Gestaltung der freigewordenen Flächen trägt wesentlich zur Aufwertung des gesamten Gebietes bei. Auch im Jahr 2009 wird in diesen Schwerpunktgebiet der weitere Abriss fortgesetzt.
Nach diesem Zeitraum werden 385 Wohnungen mit einem Fördermittelanteil von ca. 1.310.000 € vom Wohnungsmarkt genommen sein.
Das 2001 vom Stadtrat beschlossene Entwicklungskonzept zur Reduzierung des Leerstandes und zur Aufwertung der Stadt wird damit schrittweise realisiert.
Ziel dieses Konzeptes ist nach wie vor:
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Das Konzept weist wie bereits genannt zwei Prioritätsgebiete als städtebauliche Schwerpunkte mit erhöhtem Handlungsbedarf aus:
Im Altstadtkern ist die weitere Aufwertung und Instandsetzung der Gebäude und eine städtebauliche Neuordnung geplant. Dabei steht das Problemgebiet „Burganlage“ am Nickelkulk weiter an erster Stelle im Bezug auf Handlungsbedarf, eine angemessene, kurzfristig umsetzbare Lösung ist aber gegenwärtig nicht in Sicht. Die im Stadtentwicklungskonzept enthaltenen Prioritätsgebiete „Altstadtkern“(entspricht annähernd dem Sanierungsgebiet) und "Wasserrenne" gelten jetzt nach § 171 b Baugesetzbuch als förmlich festgelegte Stadtumbaugebiete der Stadt Oschersleben (Bode) mit Anspruch auf damit mögliche weitere Fördermittel und politische Beachtung. Gegenwärtig wird an der Umsetzung dieser Konzepte bzw. der Anpassung an den realistischen Handlungsrahmen gearbeitet. Der bereits erwähnte Rückbau soll nun durch die ebenfalls erforderliche Aufwertung ergänzt werden. Überhang bei Mietwohnungen bedeutet aber nicht, dass kein Bedarf an Bauplätzen für den individuellen Eigenheimbau besteht. Daher wird gegenwärtig das Verfahren zur Entwicklung eines kleinen Baugebietes für Eigenheime am Seehäuser Weg durchgeführt. Die Bereitstellung der Bauplätze erfolgt über einen privaten Bauträger. Mit der Erschließung des neuerlichen Areals wird im September 2009 begonnen. Mit der Inbetriebnahme des neuen Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB) ist ein neues Zentrum für den öffentlichen Personennahverkehr in unserer Stadt entstanden. Bahnanschluss, Linienbusse, PKW- Stellplätze und großzügige Grünanlagen sind in einer Funktionseinheit zusammengefasst. Damit wird unsere Wirksamkeit als Mittelzentrum weiter gefestigt. In absehbarer Zeit ist mit dem Beginn des Baus einer Verkehrsanlage mit noch größerer Bedeutung zu rechnen. Der niveaugleiche Bahnübergang Magdeburger Straße - Schermcker Straße wird durch einen Straßentunnel ersetzt. Das erforderliche Planfeststellungsverfahren wird voraussichtlich ab 2010 durchgeführt.
Peseckendorfer Weg 3 |
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